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Petersplatz in Rom Kirchenfenster Kerzen Kreuze im Sonnenuntergang

Tübingen

Foto: RTF.1
Menschen in Würde begleiten - Spatenstich für Hospiz

Ein stationäres Hospiz sollte ein Ort der Ruhe und Geborgenheit sein, ein Ort um Abschied nehmen zu können. Es sollte ein Stätte sein, in der sterbende Menschen in ihrer letzten Lebensphase professionell und würdevoll begleitet werden. Genau solch ein Ort entsteht im Tübinger Rotbad oberhalb des Paul-Lechler-Krankenhauses.

Bauherr und Träger des geplanten stationären Hospizes in Tübingen ist das Deutsche Institut für Ärztliche Mission, kurz Difäm e.V. Difäm-Direktorin Dr. Gisela Schneider sah man die Freude an diesem Mittwochvormittag an – sie war froh, den Spatenstich und dazugehörigen Festakt trotz Corona-Krise durchführen zu können. Zwar fand der Festakt nur im kleinen Rahmen statt, dafür wurde er sowohl auf der Hospiz-Website, als auch auf RTF.1 und unserem Schwestersender RIK übertragen.

Viel wichtiger als das ist aber der eigentliche Beginn des Baus. Denn nun wird die letzte Lücke in der palliativen und hospizlichen Versorgung in Tübingen geschlossen.

„Tübingen ist ja jetzt wirklich ein Standort, der nicht arm an medizinischen Angeboten ist und trotzdem gab es immer diese Lücke, dass es nicht dieses eine Hospiz gab. [...] Ich glaube, es gehört auch zu unserer Stadt dazu, dass wir hier einen vernünftigen Umgang mit dem Thema Tod finden. Das ist nicht einfach, aber das ist auch in Corona-Zeiten ein sehr öffentliches Thema, wir wir alle jeden Tag in den Nachrichten sehen", erklärt Cord Soehlke, der Erste Bürgermeister von Tübingen.

Die ersten Gespräche und Überlegungen zum Hospiz fanden bereits vor über zehn Jahren statt. Damals hatte sich der Verein „Ein Hospiz für Tübingen" gegründet. Difäm e.V. übernahm dann die Verantwortung und das Risiko des Baus. 2018 startete dann die Projektentwicklung. Im Unterschied zum Bau eines Krankenhauses, ist der Bau eines Hospizes nicht staatlich geregelt und somit auch nicht finanziert.

„Der Staat gibt was dazu, der Landkreis gibt uns ein bisschen was, die Stadt gibt uns was, aber im Grunde sind das - für die großen Kosten - kleine Beträge. Es wird erwartet, dass durch bürgerliches Engagement, eine große Gruppe, eine Stiftung oder sonst was, ein Hospiz finanziert wird", erklärt die Difäm-Direktorin.

4,8 Millionen Euro kostet das Hospiz mit allem drum herum. Zwei Millionen fehlen noch, erklärt Gisela Schneider weiter. Sie hofft, dass sie möglichst schuldenfrei in den Betrieb gehen können, dafür seien sie aber auf Spenden angewiesen.

Laut dem Generalunternehmer Andreas Reisch dauert es knapp 1,5 Jahre bis zur Fertigstellung.

„Die Fertigstellung ist ja im September 2021 und das werden wir erreichen, Corona hin oder her, da sind wir uns sicher. Und wir stecken viel Energie rein und das wird rechtzeitig fertig und wird ein schönes Haus", bestätigt Geschäftsführer Reisch.

Vorgesehen für den Bauplatz war ursprünglich eine lineare Wohnbebauung. Für den Architekten war der Auftrag, hier nun ein Hospiz zu planen, keine leichte Aufgabe. Er hätte zwar gerne eine freiere Form gehabt, wollte aber auf jeden Fall eine schöne Atmosphäre schaffen – insbesondere durch weiche Konturen. Und das ist ihm mit dem Entwurf gelungen - die Difäm-Direktorin zeigt sich begeistert.

„Palliativ kommt ja von dem Wort Pallium – der Mantel. Und wie es den Architekten gelungen ist, das auch in der Architektur aufzunehmen, dass finde ich schon sehr bezeichnend und sehr schön. Ich glaube einfach, das wird ein sehr schönes Gebäude und wir sind hier im Grünen und da passt dieser Holzmantel auch sehr gut in diesen Park hinein. Es ist kein Betonklotz den wir hier hinstellen, es wird ein schönes Gebäude, ein warmes Gebäude, denn wir wollen auch Atmosphäre schaffen", erklärt Schneider.

Ein Ort der Geborgenheit, ein Ort um Abschied zu nehmen. Und genau dieser Ort wurde ganz bewusst in Tübingen ausgesucht.

„Auf der einen Seite ist er öffentlich sichtbar, nicht versteckt irgendwo in einer hinteren Ecke der Stadt oder der hinteren Ecke des Parks, sondern Mitten im Leben. Auf der anderen Seite bietet es genug Schutzraum, genug würdevollen Raum, um dann wirklich die letzte Phase auch sinnvoll zu verbringen", erklärt Cord Soehlke, der auch Baubürgermeister in Tübingen ist.

Wenn Sie diesen besonderen Ort der Begegnung mitbauen wollen - können Sie unter der www.hospiz-tuebingen.de spenden, und so ihren ganz persönlichen Teil zum neuen Hospiz in Tübingen beitragen.

Difäm-Spendenkonto:

DIFÄM, Hospiz Tübingen

IBAN: DE 56 6415 0020 0004 2188 29

BIC: SOLADES1TUB

Stichwort: Hospiz Tübingen


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