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Fynn Kliemann

Foto: Pixabay.com
Influencer gibt Spendengelder für Ukraine nicht weiter

Eine Firma, an der der bekannte Influencer Fynn Kliemann beteiligt ist, hat über mehrere Monate Spendengelder für Menschen aus der Ukraine nicht weitergegeben. Das haben Recherchen des stern ergeben. Zuvor geriet er bereits wegen Maskendeals in der Kritik.

Zwei Hilfsorganisationen wurden von dem Unternehmen selbst als Empfänger genannt. Beide gaben an, über zwei Monate nach Beginn der Spendenaktion gar keine oder nur einen Teil der Spenden erhalten zu haben.

Am 2. März hatte Kliemann auf seinem privaten Instagram-Account das Sammeln von Spenden durch den Verkauf von Mützen angekündigt. Die Einnahmen würden zu "100 % (...) in die Unterstützung der Menschen aus der Ukraine" fließen, das Geld "dort verteilt, wo es am dringensten (sic!) gebraucht wird". Am Tag darauf kündigte die Firma "Global Tactics", an der Kliemann als Gesellschafter beteiligt ist, eine Fortsetzung der Spendenaktion durch den Verkauf von weiterer Kleidung sowie Kunstwerken in Kooperation mit diversen Influencern an. Insgesamt kamen nach stern-Informationen mindestens rund 95.000 Euro an Spendengeldern zusammen. Knapp ein Drittel des Geldes allerdings war bis Mitte Mai nicht an Hilfsorganisationen überwiesen worden.

"Global Tactics" begründete dies auf Anfrage zum einen damit, dass nicht die gesamte Spendensumme von der Firma selbst, sondern teilweise durch Partner verwaltet worden sei, zum anderen, dass sie den Ablauf des Widerrufsrechts für die verkauften Artikel abwarten wollte. Allerdings: Fast zeitgleich mit der ersten Anfrage des stern ging eine ausstehende Summe von 24.220,40 Euro auf dem Konto einer der Hilfsorganisationen ein. Das restliche Geld soll laut "Global Tactics" in den kommenden Wochen verteilt werden.

Fynn Kliemann und "Global Tactics" stehen seit Anfang Mai wegen unterschiedlicher Maskendeals in der Kritik. Das "ZDF Magazin Royale" hatte enthüllt, dass die Firma nicht wie öffentlich kommuniziert nur fair und in Europa produzierte Masken zum Selbstkostenpreis vertrieben hatte - sondern auch in Bangladesch und Vietnam zu Niedriglöhnen produzieren ließ.

Unter den Abnehmern befanden sich zu Beginn der Pandemie auch viele Hilfsorganisationen, die Flüchtlingslager in Griechenland mit Masken versorgen wollten. Kliemann hatte nach den Enthüllungen gegenüber dem stern bestritten, mit diesen Geschäften etwas zu tun gehabt oder Geld damit verdient zu haben. Mehrere E-Mail-Verläufe, die dem stern nun vorliegen, lassen an dieser Darstellung zweifeln: So findet sich in den Nachrichten an verschiedene Hilfsorganisationen in der Signatur Kliemanns Name samt Anschriften seiner Unternehmen. Dort heißt es wörtlich: "in Kooperation mit Fynn Kliemann". Auch war Kliemanns Assistentin mindestens bei einer Mail, in der über 25.000 Masken verhandelt wurde, in Kopie und wurde in dem Schreiben direkt angesprochen. Die Masken, das belegen Rechnungen, die dem stern ebenfalls vorliegen, wurden teilweise für das doppelte des Einkaufpreises an die Hilfsorganisationen verkauft.

Ob Kliemann an diesem Gewinn beteiligt wurde, ist offen. Weder "Global Tactics", noch Kliemann selbst wollten die Fragen des stern dazu beantworten.


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