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Petersplatz in Rom Kirchenfenster Kerzen Kreuze im Sonnenuntergang

Polen/Württemberg

Foto: Diözese Rottenburg-Stuttgart
Friedensglocken für Polen

In deutschen Kirchtürmen hängen Glocken aus Polen. Während der NS-Zeit wurden 100.000 Glocken aus dem ganzen Reichsgebiet der Rüstungsindustrie zugewiesen. Bei Kriegsende blieben davon 16.000 Glocken übrig. Aus den Sammellagern kamen sie an ihre Ursprungsgemeinden zurück - bis auf 1.300 Glocken aus den ehemaligen Ostgebieten. Eine Rückgabe war hier nicht möglich, und so wurden sie leihweise in westdeutschen Kirchtürmen aufgehängt. Unter anderem auch in Aichtal-Grötzingen. Jetzt hat Bischof Gebhard Fürst diese und zwei weitere Glocken an ihre Heimatgemeinden zurückgegeben.

Drei Friedensglocken für Polen. Die Klangkörper, die siebzig Jahre lang in württembergischen Kirchtürmen hingen und die Gebetszeiten ankündigten, hatten jetzt ihre Heimreise angetreten. Und sie waren nicht allein. Bischof Gebhard Fürst und eine Delegation der Diözese Rottenburg-Stuttgart begleiteten die Glocken. Für den Bischof eine Herzensangelegenheit.

"Es ist großes Unrecht geschehen, als die Glocken den Krchengemeinden, den Kirchen, den Menschen weggenommen, geraubt wurden", so Bischof Fürst. "Ich habe das eigentlich sehr viel später entdeckt, als ich Bischof geworden war, dass wir selber solche Raubglocken haben, und da habe ich sofort gedacht: Das muss gerecht werden in dem Sinn, dass wir die Glocken einfach zurückgeben."

Auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann begleitete die württembergische Delegation. Seine Mutter war in Elbing im heutigen Polen geboren worden. Dort, wo die erste der drei Glocken übergeben wurde. Sie hing in Oberesslingen und ging jetzt zurück nach Straszewo.

Die Glocke aus Aichtal-Grötzingen wurde in Frombork zurückgegeben – hier sei Kretschmanns Bruder getauft worden, so der Ministerpräsident. „Tief bewegt" gab er Einblick in seine Familiengeschichte.

"Natürlich die Flucht meiner Eltern mit drei kleinen Kindern, meine älteren Geschwister, sechs, vier Jahre und elf Monate, der Jüngste von den dreien ist dann an den Folgen der Flucht gestorben", so Kretschmann. "Heute können wir in Frieden hierher kommen, wir sind versöhnt, wir sind heute Partner und Freunde in der Europäischen Union."

Der Erzbischof des Ermlands Józef Górzyński nahm die Glocke aus Aichtal-Grötzingen entgegen. Er sagte: "Wir sehen das vor allem als eine Geste, also ein Zeichen, etwas, das die Haltung des Menschen zeigt – nicht nur des Menschen, sondern der Gemeinschaft."

Die ausführliche Reportage der Diözese Rottenburg-Stuttgart „Instrument zwischen Himmel und Erde - Friedensglocken für Europa" sehen Sie am kommenden Sonntag auf RTF.1 - ab 18 Uhr alle 30 Minuten nach den Nachrichten.


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