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Reutlingen

Foto: RTF.1
Julius-Vohrer-Preis für mobile Medizin verliehen

Der mit 1000 Euro dotierte Julius-Vohrer-Preis - verliehen vom Reutlinger Stadtverband der FDP gemeinsam mit der lieberalen Gemeinderatsfraktion - gilt als gemeinnütziger Höhepunkt des Reutlinger Herbsts. Zwischen Speis und Trank gab es dieses Jahr zum dreizehnten Mal die feierliche Auszeichnung für bürgerliches Engagement.

Der Julius-Vohrer-Preis – benannt nach dem ehemaligen, verstorbenen Reutlinger Stadtrat – geht in diesem Jahr an die Betreiber des MedMobils von der AWO Reutlingen, eine Arztpraxis auf vier Rädern.

"Also gedacht ist es für die Menschen, die obdachlos sind, die keine Krankenversicherung haben, oder keinen Arzt haben – die einfach Probleme haben, medizinisch betreut zu sein. Das ist ein niederschwelliges Angebot. Zu uns kann praktisch jeder kommen. [...] Gedacht ist es eben für Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens sind und medizinisch nicht gut versorgt sind", sagt der Arzt Dr. Kurt Gugel.

Dieses Engagement ehrte Dr. Thomas Steinmayer, Schatzmeister des Reutlinger FDP-Stadtverbands, mit einer Rede. Gemeinsam mit Regine Vohrer überreichte er den Preis an das Team aus Ärzten, Rettungssanitätern und Sozialarbeitern.

"Die Idee, ein ausrangiertes Fahrzeug umzugestalten. [...] Sowas zu verwenden, um es bei bedürftigen Menschen, die es in dem Sinne ja eigentlich nicht geben dürfte in Deutschland, zum Einsatz zu bringen, das hat uns besonders fasziniert an der Geschichte" so Steinmayer.

Die Geschichte begann als Dr. Kurt Gugel und Wilfried Müller, ein Arzt und ein Rettungssanitäter im Ruhestand, nach einer Möglichkeit gesucht haben, mit ihrem Wissen und der vorhandenen Freizeit, einen Beitrag für Bedürftige zu leisten.

"Ja, wir haben 2019 die Idee gehabt, zu sagen: "Sowas könnte man mal auf die Straße bringen", weil wir natürlich schon aus dem Hintergrund wussten, da ist Bedarf da. [...] Dann haben wir bei der AWO offene Türen eingerannt, dann ein Auto beschafft, und haben das dann auf die Straße gebracht" erläutert Müller.

Seit dem 10. März letzten Jahres ist das MedMobil im Einsatz. Mittlerweile reicht das Angebot weit über das Reutlinger Stadtgebiet hinaus. Ehrenamtliches Engagement und Teamarbeit spielen laut Kurt Gugel dabei eine entscheidende Rolle.

"Die Termine werden immer mehr. Wir sind jetzt nicht nur in Reutlingen, sondern inzwischen auch in Bad Urach und Pfullingen. Angedacht ist noch Münsingen. Nur im Team ist es möglich – also ein Team von KollegInnen, Arzthelferinnen und Vereinen wie der AWO, die das Bürokratische, Spendenquittungen und so weiter macht" so Gugel.

Umso wichtiger der Zuschuss durch den Julius Vohrer Preis, um Spritpreise, medizinische Utensilien und co. finanziell zu stemmen. So kann das MedMobil auch weiterhin seine Runden für Menschen am Rande der Gesellschaft drehen.


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