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Gomaringen

Foto: humedica e.V.
Ehrenamtliche Einsatzkräfte behandeln Häftlinge in Togo

Der Verein humedica ist eine deutsche Hilfsorganisation, die seit 1979 weltweit humanitäre Arbeit mit Schwerpunkt auf Katastropheneinsätzen und medizinischer Versorgung leistet. Regelmäßig besuchen Einsatzkräfte dabei auch Häftlinge in Togo, um sie vor Ort medizinisch zu behandeln. Ein solcher Einsatz startet am kommenden Samstag ab Frankfurt - und mit dabei ist auch die 49-jährige Krankenschwester Denise Weihing aus Gomaringen.

Denise Weihing kommt gerade aus der Nachtschicht. Die gebürtige Schweizerin arbeitet im Uniklinikum Tübingen als Krankenschwester in der Kindernotaufnahme. Helfen will sie aber nicht nur dort, sondern auch Menschen, die es nicht so leicht haben, an eine medizinische Versorgung zu kommen. Seit 2017 arbeitet sie daher ehrenamtlich als Einsatzkraft für humedica e.V.. Am Samstag reist sie zum dritten Mal nach Togo, um dort Häftlinge zu versorgen.

Häftlinge können sich keinen Arzt leisten

„In Togo ist der Gefangene selber verantwortlich für seine medizinische Versorgung. Da gibt es vom Staat her keine eigene Versorgung, auch keine Krankenversicherung. Also da kann man nicht sagen, ich möchte gerne zum Arzt. Und die Gefangenen haben gar kein Geld dafür, dass die sich überhaupt einen Arzt oder Krankenhausbesuch leisten können. Und deswegen müssen die einfach aushalten mit ihren Problemen, die sie haben", erklärt Weihing.

Denise Weihung will etwas zurückgeben

Den zweiwöchigen Einsatz macht sie in ihrer Urlaubszeit, den Flug bezahlt sie selbst. Denise Weihing ist es wichtig, etwas vom Reichtum, den wir in Deutschland haben, zurückzugeben.

„Wir motzen hier in Deutschland schon auf hohem Niveau und das rückt mich auch immer auf den richtigen Standpunkt. Was ist wirklich schlimm und was ist wirklich nur lästig, in Deutschland zum Beispiel", so Weihing.

Krätze, Malaria, Durchfall

Die Häftlinge in Togo leben eng zusammen, müssen teilweise zu sechs auf zwei Quadratmetern übernachten. Krankheiten haben da freien Lauf.

„Die haben viele Hauterkrankungen. Also Krätze haben sie, Pilze haben sie. Dann haben sie einfach auch Schmerzen vom Skelett, da tut der Rücken weh, die Beine schmerzen. Viele haben Malaria. Durchfallerkankungen, Infekte der Atemwege, Tropenkrankheiten", beschreibt die 49-jährige Krankenschwester die Situation vor Ort.

Mehr Spenden = mehr Medikamente

Den Häftlingen wenigstens für eine kurze Zeit helfen zu können und ihnen Erleichterungen zu verschaffen, tut auch den Einsatzkräften gut. Mit mehr Spenden, könnten sie noch mehr Medikamente zur Verfügung stellen – daher ist der Verein auch immer auf der Suche nach Unterstützern.

Denise Weihing freut sich auf ihren dritten Einsatz in Togo – auch wenn sie sicher wieder müde zurückkehren wird. Doch der Einsatz macht sie vor allem glücklich. Ihr Einsatz wird mit Freude und Dankbarkeit belohnt, eine befriedigende Arbeit, erklärt sie.

2000 Häftlinge in 12 Gefängnissen in zwei Wochen – so lautet das Ziel der Einsatzkräfte, die am Samstag nach Togo starten. Um möglichst viele Medikamente mitnehmen zu können, ist der Verein auf Spenden angewiesen – wie und wo auch Sie helfen können, erfahren Sie auf www.humedica.org.


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